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Heizungstausch oder erst optimieren? Wie digitale Heizungsoptimierung Bestandsgebäude effizienter macht

Technologielösungen

20/10/2026

Die Wärmewende im Gebäudebestand braucht nicht nur neue Heizungen und Sanierungen. Sie braucht auch einen effizienteren Betrieb dessen, was heute schon da ist.

Digitale Heizungsoptimierung kann dabei Energie und CO₂ einsparen, Fachkräfte entlasten– und Wohnungsunternehmen Zeit für größere Investitionen verschaffen.

Der Druck auf Kommunen und die Wohnungswirtschaft wächst: Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden. Gleichzeitig verursacht der Betrieb von Gebäuden rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland. Für die Wärmewende in Bestandsgebäuden bedeutet das: Viele tausend Heizungsanlagen müssen effizienter werden – während gleichzeitig Geld, Planungskapazitäten und Fachkräfte knapp sind. Doch muss deshalb jede bestehende Anlage sofort ausgetauscht werden?

‍Erst verstehen und optimieren, dann investieren

Einen anderen Ansatz verfolgt othermo, einer unserer Innovationspartner bei Komm:Transform. Das Unternehmen aus Alzenau digitalisiert bestehende Heizungsanlagen hersteller- und technologieübergreifend – von Gaszentralheizungen und Fernwärmestationen bis zu Wärmepumpen und Hybridanlagen. So lassen sich Anlagen zentral im Blick behalten, steuern und effizienter betreiben.

Dafür wird im Heizungskeller eines Mehrfamilienhauses ein kleines Gerät (Gateway) – etwa in Größe einer Fritzbox – installiert, das die Heizungsanlage mit der digitalen Plattform von othermo verbindet. Dort lassen sich Temperaturen, Heizkurven, Betriebszustände und Störungen einsehen und Einstellungen aus der Ferne anpassen. Der Autopilot optimiert den Betrieb der Wärmeerzeuger zusätzlich automatisch anhand von Anlagen- und Wetterdaten.

„Wir sind der Techniker, der eigentlich im Heizungskeller steht und am Rädchen dreht – nur eben nicht mehr aus dem Heizungskeller heraus, sondern vom Schreibtisch aus.”

othermo

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othermo ermöglicht dadurch Energie- und CO₂-Einsparungen von typischerweise 15 bis 20 Prozent. Die Lösung setzt vor allem bei der Wärmeerzeugung und -verteilung an, während beispielsweise smarte Thermostate den Verbrauch in einzelnen Räumen steuern.

Grundlage der Einsparungen ist die automatische, datenbasierte Optimierung des Anlagenbetriebs: Betriebsparameter werden kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf angepasst. Dabei bleiben die Anpassungen transparent und nachvollziehbar – keine KI-Blackbox, sondern gezielte Optimierung auf Basis realer Betriebsdaten. Gerade bei großen Wohnungsbeständen lässt sich dieser Ansatz zentral über das gesamte Portfolio skalieren.

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Effizienz schafft Spielraum für zukunftsfähige Investitionen

othermo spricht bei seiner Lösung bewusst von einem „minimalinvasiven" Ansatz. Die Idee: Bestehende Technik zunächst transparenter und effizienter betreiben und dadurch Zeit für die Planung und Umsetzung kostenintensiver Maßnahmen wie Dämmung, den Umbau der Wärmeversorgung oder den Einbau einer Wärmepumpe gewinnen.

Dabei geht es nicht nur um Energie. Die Wärmewende ist auch eine Produktivitätsfrage. Mit Wärmepumpen, Photovoltaik und neuen Energiesystemen wird der Gebäudebetrieb komplexer, während technische Fachkräfte fehlen. Digitale Einblicke und frühzeitige Störmeldungen können unnötige Vor-Ort-Termine vermeiden und helfen, Probleme früher zu erkennen.

„Die Anlagen werden komplexer, Fachkräfte knapper und trotzdem müssen immer größere Bestände zuverlässig betrieben werden. Das funktioniert nur durch Digitalisierung und Automatisierung. Genau dafür haben wir unsere Plattform entwickelt.“
Roman Felbek, Sales Manager von othermo

Digitale Werkzeuge sollen dabei nicht Fachkräfte ersetzen, sondern ihre knappe Zeit dort einsetzen, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Für kommunale Unternehmen ist auch Informationssicherheit wichtig. othermo ist seit 2024 nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert und erfüllt damit internationale Standards für den sicheren Umgang mit Daten und digitalen Systemen.

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Neue Technik allein reicht nicht

Für Kommunen und Wohnungsunternehmen ist die zentrale Erkenntnis: Nicht jede Maßnahme der Wärmewende muss mit einer Großinvestition beginnen. Wie Lilja Dittmer, Marketing Managerin, beschreibt:

„Nur weil eine Wärmepumpe eingebaut ist, wird ein Gebäude nicht automatisch energieeffizient. Auch eine Wärmepumpe muss richtig eingestellt und gesteuert werden, damit sie im Betrieb effizient arbeitet.“
Lilja Dittmer, Marketing Managerin

Wer also den eigenen Gebäudebestand kennt, Verbrauch sichtbar macht und bestehende Anlagen effizient betreibt, schafft eine bessere Ausgangslage für die nächsten Investitionsentscheidungen – und kann schon heute Energie, Kosten und CO₂ reduzieren.

Damit solche Ansätze auch in der kommunalen Praxis ankommen, müssen passende Lösungen und konkrete Bedarfe zusammenfinden. Genau hier setzt Komm:Transform an: Wir bringen Clean-Tech-Unternehmen mit kommunalen Versorgern, Wohlfahrtsverbänden und anderen Akteuren vor Ort zusammen, damit Lösungen in der Praxis erprobt und skaliert werden können.

Komm:Transform brachte othermo beispielsweise in einem kuratierten „Speed-Dating" mit dem Klimaschutzmanager der Stadt Cottbus zusammen. Daraus entstanden weitere Gespräche mit dem Energiemanagement zu konkreten Gebäuden; aktuell wird eine Pilotierung der othermo-Lösung in einer Schule geprüft.

othermo ist nur ein Beispiel dafür, wie neue Technologien Kommunen und Unternehmen bei ihren Herausforderungen unterstützen können. Du hast selbst eine passende Lösung oder suchst als Kommune nach neuen Ansätzen? Dann lerne Komm:Transform kennen und komm mit uns ins Gespräch.

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Gesprächspartner*innen:
Roman Felbek, Sales Manager, und Lilja Dittmer, Marketing Managerin, othermo

Weitere Quellen:
Umweltbundesamt (2025): „Wärmewende"

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