
Komm:Transform Blog
Dialoge & Netzwerke
20/10/2026
Der Fachtag der Zukunftsallianz Brandenburg brachte am 8. September 2026 an der Universität Potsdam engagierte Manager*innen und Fachleute zusammen, die in Brandenburg Klimaschutz, Klimaanpassung, Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit vorantreiben wollen. In vier Themenwerkstätten – zu Finanzierung, erneuerbaren Energien, energetischer Sanierung und Klimaanpassung – wurde diskutiert, voneinander gelernt und an konkreten Herausforderungen aus der Praxis gearbeitet.
Komm:Transform moderierte eine der Werkstätten zum Thema energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften und brachte dabei auch Technologiepartner aus dem eigenen Netzwerk ein. Eine zentrale Erkenntnis aus der Diskussion: Energetische Sanierung beginnt nicht erst auf der Baustelle, sondern mit guten Daten, einem realistischen Plan und Menschen, die gemeinsam nach passenden Lösungen suchen.
Unter dem Motto „Voneinander lernen, gemeinsam umsetzen" kamen beim Fachtag der Zukunftsallianz Brandenburg Energie- und Klimaschutzmanager*innen, Verwaltungsmitarbeitende und Fachleute zusammen. Im Mittelpunkt standen kurze fachliche Impulse und vor allem der Austausch über konkrete Erfahrungen: Was funktioniert bereits? Wo kommen Projekte ins Stocken? Und welche Lösungsansätze lassen sich auf andere Kommunen übertragen?
Um innovatives Know-how und technisches Wissen direkt in die Diskussion einzubringen, hatte Komm:Transform verschiedene Technologiepartner eingeladen. In der von Christian Pirzer (Komm:Transform) moderierten Werkstatt zur energetischen Sanierung brachten sich cosy.green, BuildingEnerlytics und Scanrgy ein, im Bereich Klimaanpassung waren es Cool Ants, BinaryRoots und Orbisens. Die Unternehmen brachten sich als Fachleute statt als klassische Produktanbieter in die Diskussionen ein, lernten zugleich die Herausforderungen der Verantwortlichen vor Ort besser kennen und zeigten auf, dass und wie neue Technologien auch im kommunalen Umfeld praktisch funktionieren können.
Robert Zachrau von Scanrgy fängt den Mehrwert für die Region und die Rolle von Komm:Transform treffend zusammen:
„Unternehmen waren vereinzelt vor Ort, aber eher im Hintergrund. Es war keine Werbeveranstaltung; eingebracht haben wir uns in die Diskussionen natürlich trotzdem. Vor allem der informelle Austausch stiftet die relevanten Verbindungen. Genau dort könnte Komm:Transform meiner Meinung nach ansetzen: in der gezielten Vernetzung und der Identifikation passender Problem-Lösungs-Formate, etwa in einer Dialogreihe."
Robert Zachrau, Scanrgy
Eine zentrale Erkenntnis aus der Werkstatt: Nicht mit der ersten Einzelmaßnahme beginnen, sondern mit einem guten Überblick über den Gebäudebestand. Welche Gebäude verbrauchen besonders viel Energie? Wie arbeiten die vorhandenen Heizungsanlagen? Wo lassen sich kurzfristig Einsparungen erzielen und welche Gebäude benötigen größere Sanierungsmaßnahmen?
Dafür braucht es verlässliche Verbrauchs- und Gebäudedaten. Sie helfen Kommunen, Maßnahmen zu priorisieren, Sanierungsfahrpläne zu entwickeln und Investitionen besser zu begründen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass es keine Lösung gibt, die für alle Gebäude gleichermaßen passt. Eine Schule, eine Sporthalle und ein denkmalgeschütztes Rathaus haben unterschiedliche Anforderungen. Während sich bestimmte Gebäudetypen für serielle Sanierungsverfahren eignen können, müssen andere individuell betrachtet werden.
Auch Betriebsoptimierung und bauliche Sanierung sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Lösungen wie die von cosy.green, othermo, vilisto oder deltaheat zeigen, dass sich der Heizenergieverbrauch bestehender Gebäude bereits durch einen effizienteren Anlagenbetrieb reduzieren lässt. Das kann kurzfristig entlasten und Zeit für größere Investitionen schaffen. Langfristig müssen jedoch auch Gebäudehülle, technische Ausstattung und zukünftige Wärmeversorgung zusammen betrachtet werden.
Eine Klimaschutzmanagerin berichtete beispielsweise, wie wichtig es ist, Sanierungen von Schulen und Sporthallen möglichst in die Ferienzeiten zu legen. Ersatzlösungen wie Container können erhebliche Zusatzkosten verursachen.
Auch digitale Lösungen müssen zum Arbeitsalltag passen und Mitarbeitende, Zuständigkeiten und bestehende Abläufe von Anfang an berücksichtigen. Hier zeigt sich ein großer Vorteil in der Zusammenarbeit mit jungen Technologieunternehmen: Anders als etablierte Anbieter sind Start-ups oft besonders flexibel und bereit, ihre Lösungen passgenau an die individuellen Bedarfe und Abläufe vor Ort anzupassen.
Jennifer Marguet von BinaryRoots bringt auf den Punkt, warum solche Formate für den direkten Kontakt so entscheidend sind:
„Endlich mal wirklich sprechen! Die Leute aus der Kommunalverwaltung im Alltag zu erreichen ist schwer, weil sie extrem viel zu tun haben. Das Format war eine gute Brücke, um an sie ranzukommen und ihnen direkt am System zu zeigen, was möglich ist."
Jennifer Marguet, BinaryRoots
Hinzu kommen knappe Budgets, aufwendige Förderanträge und begrenzte personelle Kapazitäten. Die Kosten einer Investition sind häufig sofort sichtbar, ihre langfristigen Einsparungen dagegen weniger. Umso wichtiger sind belastbare Verbrauchsdaten und verständliche Wirtschaftlichkeitsrechnungen, mit denen Verantwortliche ihre Vorhaben intern begründen können. Genau hier setzen innovative Technologiepartner an: Durch automatisierte Analysen, digitale Messungen und anschauliche Auswertungen liefern Start-ups diese notwendigen Daten schnell und verständlich.
Nicht jede Einsparung erfordert eine große Investition: Auch ein bewussterer Umgang mit Energie und Schulungen für Mitarbeitende im Gebäudebetrieb können helfen.
Die Diskussionen zeigten: Eine technisch sinnvolle Lösung ist erst dann hilfreich, wenn sie auch organisatorisch und wirtschaftlich in der Kommune umsetzbar ist.
„Aus meiner Sicht war es sehr ermutigend zu sehen, wie viel Kompetenz auch bis in die kleinen Kommunen hinein vorhanden ist. Allerdings ist es bedauerlich, dass das Thema Energieeffizienz aus unterschiedlichsten Gründen so viele Probleme in der Umsetzung hat – von bürokratischen Hürden bis hin zur undurchsichtigen Landschaft von Verordnungen. Genau da sind wir als Innovationspartner gefordert, Abhilfe durch Transparenz zu schaffen.“
Dr.-Ing. Nils Christiansen, BuildingEnerlytics
Auch für die Technologiepartner war der direkte Austausch wertvoll. Statt abstrakter Präsentationen gab es konkrete Gespräche, in denen sofort Folgetermine und nächste Schritte für Anwendungsfälle vereinbart wurden. Ein wichtiger Baustein dafür war die begleitende Posterausstellung: Hier präsentierten sich einige Start-ups mit maßgeschneiderten Profilen von Komm:Transform, was den Teilnehmenden ermöglichte, sich gezielt zu informieren und direkt vor Ort feste Termine für vertiefende Gespräche zu buchen. In den Gesprächen wurde deutlich, wie viel Fachwissen gerade auch in kleineren Kommunen vorhanden ist – und gleichzeitig, wie schwierig es sein kann, dieses Wissen angesichts komplizierter Verfahren, begrenzter Mittel und interner Abstimmungen in konkrete Projekte zu übersetzen.
Besonders hilfreich war der direkte Einblick in die Aufgaben und Bedarfe der Verwaltungen: Welche Daten fehlen? Wo liegen praktische Hürden? Welche Lösungen passen tatsächlich in den kommunalen Alltag? Für die Unternehmen bot sich so die Möglichkeit, ihre eigenen Ansätze unmittelbar an den realen Anforderungen zu spiegeln.
Nicolas Jalby von Orbisens fasst den Mehrwert aus Perspektive der Technologieanbieter so zusammen:
„Man bekommt aus erster Hand mit, welche Themen aktuell wirklich relevant sind, wo praktische Probleme liegen und welche Daten beziehungsweise Lösungen tatsächlich gebraucht werden. Für Orbisens war die Veranstaltung außerdem eine sehr gute Plattform, um unser Konzept sichtbar und greifbar zu machen. [...] Aus diesen Gesprächen haben sich sogar bereits zwei sehr interessante mögliche Pilotprojekte ergeben. Noch ganz am Anfang, aber für uns ein sehr schönes konkretes Ergebnis des Tages.“
Nicolas Jalby von Orbisens
Neben den Verwaltungen im engeren Sinne eröffnete der Fachtag auch Zugänge zu weiteren Akteuren der kommunalen Energiewende. Freia Torge von CoolAnts betont die Bedeutung dieser Perspektive:
„Für uns persönlich war es interessant, um zu verstehen, dass die Kommunen wirklich gar kein Geld haben und um die Logik hinter den geförderten Klimamanagementstellen zu verstehen. Für uns und unsere Botschaft war es ein sehr gutes Format, vor allem auf Kundenseite für alle, die nicht direkt Kommune sind – Wohlfahrt, Kirche...“
Freia Torge von CoolAnts
Ebenso wichtig war der Austausch zwischen den Teilnehmenden selbst. Unterschiedliche Erfahrungen, fachliche Hintergründe und informelle Gespräche helfen dabei, voneinander zu lernen und schneller zu erkennen, welche Ansätze sich übertragen lassen.
Genau hier setzt Komm:Transform an. Uns geht es darum, verlässliche Brücken zu schlagen: Wir bringen kommunale Bedarfe vertrauensvoll mit passenden Fachleuten zusammen, begleiten den persönlichen Austausch und lassen daraus belastbare Partnerschaften auf Augenhöhe wachsen.
Formate wie gemeinsame Fachtage, bedarfsorientierte Workshops oder maßgeschneiderte Praxisdialoge schaffen den geschützten Raum, den es für diesen Beziehungsaufbau braucht. Diese Formate konzipieren und gestalten wir mit Komm:Transform auch direkt gemeinsam mit Partnern vor Ort – um aus dem ersten Kennenlernen nachhaltige Netzwerke und konkrete Kooperationen entstehen zu lassen.
Energetische Sanierung braucht mehr als Technik: Sie lebt von Orientierung, tragfähigen Lösungen und Menschen, die vertrauensvoll an einem Strang ziehen.
Sie möchten den Energieverbrauch Ihrer Liegenschaften senken, Sanierungsmaßnahmen priorisieren oder innovative Lösungen für Ihre Gebäude kennenlernen? Oder Sie entwickeln eine Technologie, die Kommunen dabei unterstützen kann?
Kommen Sie mit Komm:Transform ins Gespräch. Wir helfen dabei, passende Partner zu finden und gemeinsam mögliche nächste Schritte zu entwickeln.